1991 – die Zeit des Umbruchs in der ehemaligen DDR. Eine verrückte Zeit und nur in dieser Zeit konnte eine amerikanische Sopranistin, Dorothy Eschweiler Maddison, auf Ihre Anfrage nach einem Engagement ein Telegramm vom Döbelner Stadttheater erhalten: „Sie dürfen hier singen!“ Und genau das tat sie – unglaublich, wenn man heute daran denkt.

„Hoffmanns Erzählungen“, eine phantastische Oper von Jacques Offenbach mit Dorothy Eschweiler-Maddison in den Rollen der Stella, der Olympia, der Antonia  und der Giulietta, feierte am 28. September 1991 eine grandiose Premiere und das Döbelner Publikum gab begeistert Standing Ovations – das hatte es bisher noch nicht gegeben.

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Der Grundstein des heutigen German Singer Summer wurde damit gelegt.

Dorothy ging zurück, erst nach London und dann in die USA. Nach einer Gesangslehrer-Promotion  kam sie als Prof. Dr. Eschweiler Maddison  zurück nach Deutschland, um am inzwischen fusionierten Theater Döbeln-Freiberg ein Projekt zu beginnen – dem heutigen German Singer Summer. In ersten Jahren seit 2002  kamen 2 bis 3 Studenten und der Kurs baute sich Step by Step weiter auf.

Im Laufe der Zeit konnte Dorothy immer mehr Partner-Universitäten und Kollegen, wie die  Gesangslehrerin Anne Elgar-Kopta und den musikalischen Leiter Professor William Reber, für Ihr Projekt gewinnen und in den letzten Jahren kamen jährlich 15 bis 25 Studenten von Universitäten der USA , Kanada und Mexiko zum German Singer Summer, um das Besondere dieses Kurses zu erleben. Die Mitarbeit der Studenten in den laufenden Produktionen des Mittelsächsischen Theater Freiberg/Döbeln und der Sächsischen Landesbühnen Radebeul und die kleinen Sonderkonzerte an historischen Plätzen wie Schlösser und Burgen.

Immer wieder ist es beeindruckend, mitzuerleben, wie sich die Studenten innerhalb des sechswöchigen Kurses entwickeln. Und es macht Spaß, zu lesen, wie sie selbst ihre Begeisterung in den Social Media Plattformen darüber äußern zum ersten Mal während ihrer Ausbildung mit einem Professionellen  Theater in einer laufenden Produktion arbeiten zu können.

Jedes Kursjahr beginnt immer wieder mit neuen organisatorischen Herausforderungen und es ist schon irgendwie verrückt, wie sich alles fügt im Laufe der Vorbereitungen. Die Kunst ist es, aus dem scheinbar chaotischen Anfang eines jeden Kurses einen für alle Partner erfolgreichen German Singer Summer zu entwickeln. Und das ist schon ein bisschen verrückt. Und deswegen wird Dorothy von den Mitarbeitern des Theaters und Freunden in der Stadt liebevoll „die verrückte Amerikanerin“ genannt.

Danke, liebe Dorothy, für dieses tolle Projekt und für eine 25 Jahre  lange und herzliche Freundschaft.

Kathrin und Hartmut Fuchs

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